Bjarke Björmundson
(Bastard-Bjarke)

Bastard Bjarke


Vor vielen Jahren kämpfte Bjarke, den man Bastard nennt,  auf der Seite der Aufständischen unter Harald Olafson gegen Hallbjorn und den Röde Thjur. Nachdem er sich von Harald losgesagt hatte, um in die Fjoreholmer Heimat zurückzukehren, begann für ihn eine harte Zeit. Bjarke besaß nichts – und wer nichts besitzt, kann auch nicht verlieren, sondern nur zu gewinnen. So ging er ungewöhnliche, waghalsige Wege, die manchmal zu großem Erfolg führten und manchmal zu tiefster Verzweiflung. Männer und Frauen scharrten sich um ihn und verließen ihn wieder. Er gewann Höfe und Landbesitz und verlor sie wieder. Fast hätte er die schöne und wohlhabende Witwe Svanja geheiratet, doch scheiterte er knapp, und heute stehen beide knapp vor einer Todfeindschaft. Er beraubte den bekannten Barden Rochus und wurde dadurch reich – zog sich aber auch den Hass vieler Männer zu.



Gerade scheinen die Nornen dem Bastard gewogen: Bjarke hat seine größten Fehden beilegen können. Tatkräftige Männer und Frauen haben ihm Gefolgschaft geschworen, Tjaskar, Hlif und Ranka zählen zu seinem Haushalt und dienen ihm treu. Bjarke selbst ist durch Eide an Hallbjorn gebunden, und hat von diesem die Methalle auf dem Hornberg erhalten, als Heimstatt für sich und die seinen. Er hat sich im Norrelag viel Ruhm errungen und einen großen Namen gemacht als Bjarke Mauerstürmer. Svanja hat angekündigt, ihn zu heiraten, wenn er drei Bedingungen erfülle – und Bjarke ist bereits dabei, diese unlösbaren Aufgaben eine nach der anderen zu lösen…

Eines ist jedenfalls sicher – wo Bjarke auftauchte, geraten die Dinge in Bewegung.

[Normal geschriebene Passagen sind fiktiv, kursiv geschriebene Passagen beschreiben real auf LARPS erspielte Erlebnisse]

Bjarkes Vater Björmund war ein treuer Gefolgsmann des Lägstaländer Jarls Olaf Blutaxt. Auf einer Wikingfahrt nach Irland hatten sie einst gute Beute gemacht, viele Ringe und silbernes Geschmeide erbeutet, und auch mehrere Frauen verschleppt, die nun einem ungewissen Schicksal entgegensahen.
Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass Männer sich über Frauen leicht in die Haare kriegen können. Auch will niemand schlechter wegkommen, als der andere. Olaf Blutaxt verfügte daher weitsichtig, dass die Beute erst nach der Heimkehr aufgeteilt werden solle. Bis dahin verschloss er das Silber in seiner Truhe, und die Frauen sollten jedermann gleichermaßen zur Verfügung stehen. Und was der Jarl beschloss, das geschah auch so.

Nach der Rückkehr bestimmte das Los, dass die Irin Meyla dem Anteil Björmunds zufallen sollte. Dieser fand Gefallen an dem hübschen Mädchen und beschloss, sie als seine Kebse zu behalten, statt sie zu verkaufen.
Was Björmunds Ehegattin Vala von seiner neuen Bettgefährtin hielt, weiß man nicht so genau, aber ihre Meinung erhielt in dieser Sache wohl wenig Gewicht. Als Meyla knappe neun Monde einen kreischenden kleinen Jungen zur Welt brachte, hob ihn Björmund auf seinen Schoß, erkannte ihn als seinen Sohn an und gab ihm den Namen Bjarke.

Gemeinsam mit seinen drei älteren Halbbrüdern wuchs Bjarke nun auf dem Ljoskihof auf, und hatte dabei nicht immer einen leichten Stand. Schon frühzeitig wurde er aufgrund seiner unfreien Mutter und auch wegen der fragwürdigen Vaterschaftsverhältnisse Bastard gerufen. Um zu zeigen, dass er nicht weniger wert wäre als andere, war Bjarke schon in jungen Tagen darum bemüht sich hervorzutun, und er erwies sich als wilder, rauflustiger und draufgängerischer als die meisten seiner Altersgenossen.

Das der Ljoskihof an seinen ältesten Halbbruder Ottar fallen würde, stand außer Frage.  Um sein eigenes Glück zu machen, schloss sich Bjarke der Gefolgschaft des Jarls an, sobald er dafür alt genug war, und ging mit ihm auf Fahrt. Sieben Jahre diente er unter ihm, und schlug sich wacker in so manchem Kampf.
Bjarke hat die Angewohnheit, von erschlagenen Feinden ein Schmuckstück als Erinnerung zu behalten. Im Laufe der Jahre hat sich so ein buntes Sammelsurium aus (nicht unbedingt zueinander passenden) Ringen, Anhängern und Amuletten angehäuft, welche Bjarke mit Stolz zur Schau trägt.
Wer reich an Beutesilber ist, dem fallen auch andere Dinge leicht zu – in so manchem Hafen wurde einer Frau von Bjarke ein Kind gemacht, so dass er den Namen Bastard-Bjarke bald noch aus einem anderen Grund tragen konnte.

Glücklich ist der Krieger in den Zeiten, in denen die Siege lachen… aber dann fiel der Röde Thjur unter ihrem Hetmann Hjassir Fjoreson gemeinsam mit anderen fremden Sippen auf Lägstaland ein, Jarl Olaf und seine Frau Glenja wurden erschlagen, Lägstaland in Fjoreholm umbenannt, und die Bauern von den Eroberern mit harten Steuern belegt.
Doch nicht alle beugten sich! Olafs Sohn Harald sammelte seine Getreuen um sich, und auch Bjarke schwor ihm einen Gefolgschaftseid. Aus den Wäldern und dem Froskurmyri (Froschmoor)  heraus überfielen sie die Fremden und jene, die mit ihnen gemeinsame Sache machten.
Aber den offenen Kampf wollte der zaudernde Harald nicht wagen, obwohl Bjarke und andere seiner Männer ihn oft dazu drängten. So blieb es bei kleinen Nadelstichen gegen die Besatzer. Von Sumpfmücken zerstochen, sich im Unterholz verkriechend, flüchteten die Aufständischen vier Jahre lang von einem Versteck zum anderen. Nach diesen vieren Jahren war von der einst stolzen Kämpferschar nur noch eine hungernde und zerlumpte Bande geblieben. Als Hallbjôrn schließlich der Vorstoß in ihr Moorversteck gelang, floh Harald endgültig von der Insel.

Bjarke hatte ihm Treue geschworen, es blieb ihm keine andere Wahl, als ihm zu folgen. Es folgten noch drei lange Jahre in der Fremde, in denen sie heimatlos umherzogen, bittend und bettelnd, auf der vergeblichen Suche nach Verbündeten für die Rückeroberung und Befreiung Lägstaland, dass andere bald nur noch als Fjoreholm kannten.
Doch selbst als Harald sich taufen ließ, um das Wohlwollen des dänischen Königs Blauzahn zu erlangen, konnte er dadurch keine Unterstützung gewinnen.

Bjarke war das ziellose Herumirren fern der Heimat bald satt. Doch als er Harald darum bat, ihn aus seinem Gefolgschaftseid zu entlassen, lehnte dieser das Ansinnen zuerst glatt ab. Er brauche jetzt jeden Mann, und er erwarte Treue bis zum Tod. Bjarke erwiderte, das können man jetzt so und so deuten. Er selbst habe vor noch längere Zeit zu leben, und es wäre vielleicht ungut für Harald, wenn seine eigenen Gefolgsleute auf den baldigen Tod ihres Anführers hofften. Nachdem er etwas über diese Antwort nachgesonnen hatte, entschied sich Harald nun doch anders und gab ihn frei. Doch er tat dies mürrisch und ungehalten, und ohne ein Abschiedsgeschenk, wie Bjarke es nach langen Jahren treuen Dienstes erwartet hätte.
Missmutig und auf Vergeltung sinnend machte sich Bjarke davon. Aber im Schutze der Nacht kehrte er zurück, um sich sein Geschenk selbst zu holen. Er entführte Haralds Kebsweib Sinna, welcher Harald sehr zugetan war. Dabei lief nicht alles so glatt, wie Bjarke es sich gedacht hatte, weswegen er seine Brünne und einen guten Teil seiner Habe zurücklassen musste. Aber die Genugtuung, Harald seine Frau gestohlen zu haben, war ihm dies wert.
Nun machte sich Bjarke auf die Reise in die lange nicht mehr gesehene Heimat. Sinna gewöhnte sich allmählich an ihn, und wurde ihm mit der Zeit dann doch gar zu anhänglich, so dass er das lästig gewordene Mädchen auf dem Markt in Haithabu aus einer Laune heraus an einen Händler aus Aldeigjuborg verkaufte, bevor er weiterreiste.

 

2011

Nirgends riecht die Luft besser, nirgends singen die Vögel voller, und nirgends schmeckt das Bier besser als in der Heimat! Endlich war Bjarke wieder zurück in Lägstaland, das von seinen neuen Bewohnern mittlerweile hartnäckig Fjoreholm genannt wird.
In Hamaheim, einer freien Siedlung im Norden Fjoreholms, herrschte der Fürst Hyglak. Hier hatte Hallbjorn keinen Zugriff, hier entließ ein Händlerschiff Bjarke an Land. Er erfuhr, dass Hyglak Hochzeit feiern wollte, und mischte sich unter die Gäste. Bald schon kam es zu Unstimmigkeiten, als die Gäste sich reihum erhoben und nacheinander dem Brautpaar ihre guten Wünsche aussprachen. Bjarkes wohlmeinend geäußertes Angebot, der Braut ein paar schöne Dinge zu zeigen, mit denen sie ihrem Ehemann in der Hochzeitsnacht eine rechte Freude machen könnte, sorgte für empörtes Murren und eine blankgezogene Klinge des heißblütigen Teilurs.

Hyglak schlichtete den Streit, er wollte kein Blutvergießen auf seiner Feier. Doch auch er schien Bjarke dies nachzutragen. Bei den nun folgenden Wettkämpfen, bei denen der Sieger zur „Beschützer der Braut“ gekürt werden sollte, schlug Bjarke seine Mitstreiter in allen Bereichen deutlich – und wurde von Hyglak dennoch nicht zum Sieger erklärt. Bjarke hatte sich auch hier als Unruhestifter bekannt gemacht. Die Männer begegneten ihm mit Misstrauen, doch die Mädchen mochten ihn. So herum war es Bjarke nur recht!

Er trug sich mit der Absicht, den Hof seines verstorbenen Vetters Aldwulf einzufordern, wo sich mittlerweile allerdings ein gewisser Sven Ranulfson eingenistet hatte. Ein minderes Hindernis, was leicht zu beseitigen sein sollte…
Doch zuvor gab es nur noch eine höhere Hürde zu nehmen – Bjarke musste den jährzornigen, launischen Hetmann Hallbjôrn dazu bringen, über ihre frühere Feindschaft hinwegzusehen. In Hamaheim hörte er Geschichten, wie Hallbjorn im Vorjahr im Jähzorn ein wehrloses Kräuterweiblein erschlug, obwohl sie unter dem Schutz des Gastrechtes stand. Wie sollte Bjarke – ein langjähriger Gefolgsmann von Hallbjorns Erzfeind Harald – ihm unter die Augen treten und lange genug am Leben bleiben, um Hallbjorn sein Anliegen zu erklären?

Bjarke entschied sich, vor einem Zusammentreffen eine Geisel in seine Gewalt zu bringen, die für Hallbjorn von Bedeutung war. Er überfiel die arglose Heilerin Aldifreida, streckte sie mit einem Faustschlag zu Boden und legte sie in Bande. Ihr Schimpfen und die farbenfrohen Ausmalungen seines zu erwartenden Endes konnten ihn nicht beeindrucken. Mit einem Strick um Aldifreidas Hals und einer scharfen Klinge in ihrem Rücken suchte er nun Hallbjorn auf, der gerade in seiner Methalle auf dem Hornberg ein Gelage mit seinen Männern feierte. Je näher er seinem Ziel kam, desto mulmiger wurde ihm, und desto fragwürdiger erschien ihm sein kurz zuvor noch makellos erscheinender Plan. Doch man muss beenden, was man begonnen hat – dem Schicksal, dass einem die Spinnerinnen bereiten, kann man ohnehin nicht entgehen.

Obwohl ihm einige seiner Leute anders rieten, schonte Hallbjorn Bjarke – und rettete so Aldifreidas Leben. Bjarke verurteilte er zu einem Wergeld von 5 Silbern als Entschädigung für Aldifreidas blaues Auge und erlittenes Ungemach, was allen Beteiligten angemessen erschien und akzeptiert wurde.

Bjarke erhielt die Erlaubnis, sich auf Fjoreholm aufzuhalten. Allerdings wurde ihm der Hof verwehrt, und Hallbjôrn fand ein paar wenig freundliche, dafür aber umso deutlichere Worte dafür,  was er von Bjarkes Besitzansprüchen hielt.

 

2012

Die Situation war also etwas unglücklich geraten. Bjarke ist nun zurück in der Heimat, aber nahezu mittelos, und ohne eigenen Landbesitz. Er verdingte sich zunächst als Knecht bei der Schildmaid und Hofherrin Arsol, und überbrückte so die Wintermonate. Als das Wetter wieder milder wurde, zog er weiter über die Insel. Da er die Gabe besaß, Menschen mit seinen Worten überzeugen und begeistern können, fand er bald Leute, die bereit waren, sich ihm anzuschließen. Mit seinen neugewonnenen Knechten Frakkur und Leifur setzte er eine halbverfallene Hütte am Fuße des Hornbergs in Stand und zog dort ein.

Hallbjôrn hörte davon, und missbilligte dies. Einstmals hatte er diese Hütte seinem Hûskarl Sven geschenkt, der dafür aber keine Verwendung hatte und sie ungenutzt ließ. Nichtsdestotrotz verurteilte Hallbjorn Bjarke für die Besetzung der Hütte zu einer empfindlichen Silberbuße und verpflichtete ihn zur Zahlung einer monatlichen Pacht an Sven. Bjarke jedoch machte Sven einen anderen Vorschlag – Bjarke erhielt die für Sven nutzlose Hütte, und im Gegenzug verzichteten Bjarke und seine Halbbrüder öffentlich auf alle möglichen Rechtsansprüche auf den Wulfshof. Diesen Handel besiegelten sie unter Zeugen, und auf Bjarkes Betreiben schworen sie sich überschwänglich Freundschaft, und dass sie niemals die Waffen gegeneinander erheben würden.

Zudem gelang es Bjarke, Hallbjorn die Magd Hlif abzuwerben, die von nun an in seine Dienste trat.



2013

Nur Bjarke wusste damals, warum er Hallbjorns besten Kämpfer trickreich dazu brachte, diesen folgenschweren Eid zu schwören…  er hatte größere Pläne. Jahrelang hatte er gelitten und gedarbt, um nun auf einer elenden Hütte im Wald zu versauern? Ihm stand etwas Besseres zu. Das Beste überhaupt! Und das war Svanheim. Eine gewaltige Halle, die einst der größenwahnsinnige Toke Gormson erbauen ließ, bevor er nach Godvik zog. Umgeben von fruchtbaren Feldern und wildreichen Wäldern, war das Gehöft Svanheim mittlerweile bewohnt von der schönen (und reichen) Witwe Svanja und ihren Leuten. Auf diese Frau und ihre Güter hatte Bjarke ein Auge geworfen.

Beim kommenden Winterthing spann er seine Fäden weiter, und warb weitere Unterstützer für sein kühnes Vorhaben. Bei Hallbjorn selbst lieh er sich das Silber, dass er brauchte, um Kostja und seine Hunde der Rus-Bande anzuwerben. Während Svanja nur eine Mannslänge entfernt ahnungslos am gleichen Tisch in derselben Halle saß, abgeschirmt durch den Lärm vieler feiernder Menschen, weihte Bjarke die Rus in seine Pläne ein.

Bei der nächsten Feier Hallbjorns in seiner Methalle auf dem Hornberg erreichte ein Bote Svanja und verkündete ihr, dass ihr Ehemann sie erwarte, und er sie zu ihm führen würde. Wie erhofft, folgte Svanja dieser Aufforderung – aber statt dem totgeglaubten Hildolfur stieß sie im Wald auf Bjarke und dessen Rus-Söldner, und Bjarke erklärte der verdutzten Svanja, dass er selbst ihr neuer Ehemann wäre. Er ließ sie zu seiner Hütte verschleppen, um dort die Hochzeit zu vollziehen – mit oder ohne ihre Einwilligung. Bjarke war sehr zufrieden, alles lief nach Plan – und dann ging alles schief, was schiefgehen kann.

Sein Knecht Leifur Eidbrecher verriet Bjarke an Hallbjorn, die Rushunde liefen zu Hallbjorn über, und Bjarke geriet in Gefangenschaft. Ihm wurde alles genommen – sein Hof, seine Knechte, und über ihn selbst wurde die Acht ausgesprochen. Auf ein Jahr sollte er die Heimat nicht mehr betreten dürfen. Bjarke fügte sich in sein Schicksal – und seine treue Magd Hlif ging mit ihm in die Verbannung.

Bjarke hatte viel gewagt und viel verloren. Aber wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen. Leider verlor Bjarke bald noch viel mehr, und häufte in dem Jahr seiner Verbannung gewaltige Schulden an. Um wieder an Silber zu gelangen, lockte er den bekannten Barden Rochus in eine Falle und ließ ihn nur gegen die Zusicherung eines großen Lösegeldes wieder frei. Das brachte ihm zwar Reichtum – aber auch den Zorn vieler Männer, die Rochus nahestanden.

 

2014

An seinem Ziel, Svanja als Weib zu gewinnen – und damit auch Svanheim zu erlangen. Bei der alljährlichen Frühjahrszusammenkunft des Röde Thjur, der Fenriswacht, lachte sie ihm ins Gesicht und sagte, sie würde ihn erst zum Manne nehmen, wenn Bjarke drei Bedingungen erfüllte:
Wenn eine wahre Saga über seine Taten gesungen würde.
Wenn er drei Thursen (Riesen/Ungeheuer) erschläge und ihr tot zu Füßen legen würde.
Wenn er einen eigenen Hof besäße, auf den er sie heimführen könne.

Bjarke knirrschte mit den Zähnen, und glühte innerlich vor Zorn. Diese Bedingungen waren für einen sterblichen Menschen kaum zu erfüllen, wer hätte den schon einen Thursen überhaupt schon einmal gesehen oder gar getötet, geschweige denn deren drei? Wann wurde eine Saga zu Lebseiten des Besungenen erzählt? Wozu brauchte er Svanja überhaupt noch zu heiraten, wenn er doch dann eh schon einen eigenen Hof hätte?

Wollte sie sein Werben ablehnen, ohne ihn mit einem direkten „Nein“ zu brüskieren? Oder wollte sie ihn zum Narren halten? Er wusste es nicht. Aber eines war ihm bald klar. Er würde die unerfüllbaren Bedingungen erfüllen. Was Bjarke will, bekommt Bjarke auch!

Binnen einen Jahres erschlug Bjarke zwei Thursen (von denen Svanja jedoch nur einen anerkennen wollte). Beim Sturm des Norrelag auf das Orkheerlager erkletterte er alleine und in voller Brünne die feindlichen Wälle, sprang hinein, erschlug die Wachen im Torhaus und öffnete das gewaltige Tor von innen. Von dieser Tat wurde viel gesprochen, und Bjarke wurde dafür viel gelobt und gefeiert. Nachdem am abendlichen Lagerfeuer binnen einer Stunde drei verschiedene Leute aus drei verschiedenen Lagern die Geschicht erzählten, einer klangvoller als der andere, wurde auch die Saga-Bedingung als erfüllt gewertet.

Auch Hallbjôrn war mit Bjarke zufrieden – für seine Taten belohnte er ihn, indem er ihm die Methalle auf dem Hornberg als Heimstatt überließ. Und wieder war Bjarke einen Schritt weiter. Fehlten nur noch die Thursen… und die würde er in Alkyon finden, wo lebende Bäume wandelten und eine grässliche Eisthursin das Land heimsuchte.