Lukka Einarsdottir

Lukka Einarsdottir Lukka wuchs zusammen mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Ole auf dem abgelegenen elterlichen Hof auf. Ihre Mutter Frá starb, als Lukka noch ein kleines Mädchen war. So musste der Vater Einar die Erziehung der beiden Kinder neben allen andern Pflichten übernehmen. Der Hof war zwar recht groß, doch die Erde nicht so fruchtbar und die kleine Familie lebte ohne Reichtum, aber wirklich hungrig mussten sie selten sein. Der Kontakt mit den umliegenden Höfen riss nie ganz ab, doch da Einar ein schweigsamer Mann war, der die Stille der Gesellschaft vorzog, blieben sie meist unter sich. Doch in den letzten Jahren wurden die Wölfe dreister, immer öfter verschwanden Schafe von der Weide. Eines Nachts überraschte Einar zwei Wölfe, als sie sich gerade in den Hühnerstall schleichen wollten und er ging mit der Axt auf sie los. Doch man muss wissen, dass Fjoreholmer Wölfe keine normalen Wölfe sind. Schon kleinere Weibchen reichen einem normalen Mann bis zur Hüfte. Und diese Wölfe konnten Einar fast in die Augen sehen. Einar verwundete das Weibchen mit seiner Axt, aber das Männchen riss ihn zu Boden und schnappte nach seiner Kehle. Als Ole und Lukka, bewaffnet mit Sax und Pfanne, schreiend aus dem Haus kamen, verschwanden die Wölfe, doch für Einar war es zu spät.

Die Geschwister überlegten nun, was sie tun sollten. Sie trauten sich nicht, alleine auf dem Hof zu bleiben. Daher packten sie ihre Habseligkeiten und zogen zum Wulfshof von Sven Ranulfson und Swafnan Tevilson. Dort trafen sie jedoch nur Swafnan an, der gerade zur Fenriswacht des Roten Stiers aufbrechen wollte. Und so kam es, dass Ole Einarson und Lukka Einarsdottir an einem warmen Frühlingsmorgen bei Hallbjôrn Beglirson vor der Tür standen und um Hilfe baten.

Auch Hallbjôrn hatte schon davon gehört, dass die Wölfe immer gefährlicher wurden und auch von anderen Teilen der Insel berichteten die Leute von Angriffen. Als in der Nacht Wolfsgeheul ertönte, war allen klar, dass etwas getan werden musste. Mit Hilfe von Onni, dem seltsamen Mann aus dem Norden, wurde schließlich das Übel in Form eines Wolfsgeistes gebannt.
Doch Lukka und Ole waren nicht untätig gewesen und hatten schon mit Svanja Hallgerdsdottir eine Abmachung getroffen, dass sie zukünftig auf ihrem Hof arbeiten würden. Und besonders Lukka wollte, nachdem sie einmal in den Genuss von Hallbjôrns Tafel, spannenden Geschichten und lustigen Würfelspielen gekommen war, nicht mehr zurück auf den einsamen Hof.
So kam es, dass Lukka zu Svanjas Madt wurde und ihr immer da zur Hand geht, wo diese sie braucht. Und auch wenn Svanja mit den Männern auf Fahrt geht, versucht Lukka alles um dabei sein zu können, denn das Fremde und Neue haben sie schon immer gereizt.
Im Lande der Lesathen ertrotze sich Lukka schließlich gegen den Willen ihrer Herrin ein Schwert, um sowohl sich als auch Svanja verteidigen zu können.