Tjalf der Fischer

Tjalf ist vor ein paar Jahre unter mysteriösen Umständen aus seiner Heimat, einem kleinen Dorf auf Gotland vertrieben worden. Das einzige was der junge Fischer erfahren hatte, waren Gerüchte um einen Händler mit einer platten Nase der etwas mit seiner Mutter getrieben haben soll und scheinbar war Tjalf seitdem ein Problem für das Dorf. Da ihm seither nur Feindseligkeit entgegenschlug und er auch von seinen Brüdern nichts erfahren sollte, wollte Tjalf die Insel schnell verlassen. So nahm er sein wertvollstes Gut, ein einfacher sexæringr und machte sich aus dem Staub in Richtung einer Insel die er immer wieder in Erzählungen gehört hatte. Im Süden soll sich ein großes Heer jährlich zu einem Thing treffen und dort kann jeder freie Mann sprechen und es finden sich die mächtigen Hersen ein um zu großen Fahrten aufzurufen und um Ehre und Silber zu streiten. Dort wollte Tjalf eine neue Heimat finden und vielleicht sogar erfahren was ihn aus seiner Familie gerissen hat. So segelte er also mehr als ein Jahr über die See und traf auf seiner Fahrt einige Gefährten und erlebte waghalsige Abenteuer bevor er eine unwirtliche Steilküste erreichte. Dort angekommen fand er heraus, dass die Insel Fjoreholm heißt und sich hier das große Heer sammelt. So blieb er bis zum Winter verdeckt an der Küste und schuf sich ein kleines Versteck, von dem aus er vorsichtig die Insel erkundete. Mit dem Einzug der Kälte und des ersten Schnees machte sich Tjalf also auf zur Burg die er bei seiner Ankunft gesehen hatte und traf dort tatsächlich auf einen Mann mit platter Nase. Sofort wollte er ihn angehen und klären was dieser hochgewachsene Mann mit seiner Familie zu schaffen hatte, als dieser ihn als Reaktion zum Holmgang aufforderte. Davon sehr abgeschreckt, handelte er mit diesem Halvor aus, dass er für ein Jahr bei ihm Arbeit und ein Bett bekommen sollte. Jedoch stellte sich Tjalf nicht besonders geschickt an und so verpasste er gleich seinen ersten Einsatz im Gefecht für seinen neuen Herren wodurch er zum Dämme stopfen verdonnert wurde. Also verbrachte er ein halbes Jahr im sumpfigen Hamaheim damit, Schafskacke auf Erdhügeln platt zu treten bevor er seine erste große Fahrt antreten sollte. Er wurde von Halvor mit einem Helm ausgestattet und in das Land der Lesathen geschickt. Dort sollte er kämpfen und vor allem Überleben lernen. Er begleitete also vier Rus die er auf dem Winterthing ebenfalls kennen gelernt hatte und fuhr mit ihnen in das Land der Lesath. Dort konnte er sich als Handlanger des Herjans Pafnuti beweisen und schlug seine ersten Schlachten. Durch seinen beherzten Einsatz kam er mehrmals unters Messer und zu den Heilern des roten Stieres die ihm echten Schmerz zeigten, aber auch immer gut versorgten. Auch lernte er die Gastfreundschaft dieser Sippe Fjoreholms kennen und schätzen, so auch am letzten Abend, als er bei der Verteidigung Jelenas von einer Gruppe Schrate übel zugerichtet wurde. Das erste was Tjalf wieder wahrnahm war Bjarke, der mit lauten Flüchen die Unholde vertrieb und mit den anderen Leuten des Stieres zu Hilfe kam. Auch wenn er trotz Hilfe von Frenja und Katar einen schlimmen Fuß mit aus dem Land der Lesath nahm, wollte Tjalf diese Sippe wieder besuchen um ihnen zu danken. Doch vorher kümmerten sich sein guter Freund Göttrik und sein Weib um ihn und so lernte er Göttriks Nichte, Smilla kennen. Es dauerte nicht lange und Tjalf ehelichte das Weib, welches sich so liebevoll um ihn sorgte. So ging er denn erneut auf das Winterthing um das alte Jahr hinter sich zu lassen, sich aus dem Bund mit Halvor zu lösen und eine neue Heimat für sich und sein Weib zu finden. Diese Heimat soll auf Fjoreholm liegen und so will Tjalf einen Platz beim roten Stier finden...

Tjalfs zweites Winterthing began recht durchwachsen. Durch die Verletzung, die er sich im Land der Lesath am letzten Abend zuzog war er stark angeschlagen und musste sich auf Krücken über den matschigen Boden der Fjoreborg schleppen. Dem Spott einfacher Knechte ausgesetzt und viel zu viel zu tun für seinen Zustand, suchte er Halbjörn auf den er um einen Platz auf seiner Burg bitten wollte. Zumindestens für den Winter, bis sein Bein besser geworden ist. Auch bot ihm Bjarke an bei ihm kurzfristig zu arbeiten, um wenigstens ein bisschen Silber für den kommenden Frühling zu verdienen. So arbeitete sich Tjalf also durch die Abende und brachte es während dem Thing sogar auf den zweiten Platz neben den Hetmann des Stieres, direkt zwischen Swafnan und Erik Reikeson dem Goden. Das Thing war also ein voller Erfolg und davon beflügelt entschloss sich Tjalf mit Hakon über dessen Werft zu sprechen ob er mit seinem Weib diese übernehmen und wieder in Betrieb nehmen könne. Hakon fand die Idee nicht schlecht und die beiden machten einen Handel aus, auf dem nächsten Thing das Ganze zum Abschluss zu bringen. Vorher musste Tjalf aber noch mit Halbjörn, als Herr der Insel, sprechen.

Das Frühjahr verbrachten Tjalf und Smilla also mit dem Dienst in Halbjörns Küche. Das Bein gesundete und ihr Essen mundete und das Gespräch kam öfter auf die Werft. Allerdings meinte Halbjörn, man solle die Fenriswacht abwarten und dort solle sich Tjalf erstmal der gesamten Sippe ordentlich vorstellen bevor er Ansprüche an irgendwas stellt. Also machte er sich auf den Weg zum Wulfshof, wo so einiges passierte...

Nach dem beschwerlichen Weg durch den Svinskog endlich auf dem Hof angekommen macht sich Tjalf daran, die Leute des Stieres davon zu überzeugen, dass es für alle von Vorteil wäre, wenn er die alte Werft wieder herrichten würde. Auch plant er schon einen großen Ofen zu bauen in dem man viel Obst, Fleisch und vor allem Fisch trocknen kann und will sich dafür von Svanja große Steine aus ihrem Steinbruch holen. Allerdings verläuft das Ganze anders als Tjalf sich das vorgestellt hat. Ganz zu seinem Erstaunen tritt Katar an ihn heran und eröffnet ihm, ebenfalls Interesse an der Hütte zu haben und ob Tjalf nicht in seine Dienste treten möchte. Auch kann Tjalf weder mit Halbjörn noch mit Bjarke sprechen, da beide erst zwei Tage später ankommen. So kommt es dazu, dass er sich zwar der ganzen Sippe vorstellt, aber ihm wird die Hütte verwehrt die er schon sicher wähnte, da er Hakons Wort hatte. Auch seine Forderung nach gutem Silber wurde mit Gelächter abgetan und er als Fischer bekam eine schartige Axt und einen alten Schild. Nach diesen herben Rückschlägen will sich Tjalf unbedingt im Sommer beweisen um sich den guten Stierschild zu verdienen und eigenes Silber heim zu bringen, auch um seinem Weib endlich das bieten zu können, was sie verdient. So schwört er sich also für die Fahrt ins Land der Lesath auf Halbjörn und seinen Verteter Bjarke ein, die er beide für fähige Anführer hält. Vielleicht kann er dort zeigen, was er taugt und dass er sicher nicht jedermanns Knecht ist sondern nur dem folgt, der ihn auch von seinen Fähigkeiten überzeugt, wie Halbjörn...

Die Fahrt ins Land der Lesath war voll von Hoffnung.
Der rote Stier heißt nicht umsonst so, denkt sich Tjalf mittlerweile, denn schon öfter prallte er an den Dickschädeln seiner neuen Sippe ab und so sollte es auch dieses Mal sein. Das Lager war ein neues und auch die Sippen waren andere und so sollte es eine vielversprechende Herjanswahl geben. Leider entschieden die Götter gegen den Stier und Tjalf wäre um ein Haar Onni an die Kehle gesprungen, denn der alte Geschichtenerzähler enhielt sich, wodurch Angar die fehlende eine Stimme mehr hatte. Doch von solchen Kleinigkeiten wollte er sich nicht abhalten lassen. Schon am ersten morgen zogen die Stiere aus um einen großen Schatz aus der Antike zu stehlen und in der alten Burg einen Schatz aus dem Boden zu heben. Davon völlig begeistert wollte Tjalf gleich anfangen, im großen Stil die Ressourcen abzubauen, doch wollte niemand verstehen, welche Möglichkeiten in diesem Kriegsgebeutelten Land stecken. So kam es nur dazu, dass er mit Smilla, Arsols Knecht Fannar, Katar und dessen Magd Elja einen kleinen Beutel Schwefel sammelte. Doch ihm schien, dass außer dem Zuber oder dem Theater in der Antike nicht viel Interesse an den Möglichkeiten bestand die sich ihnen hier ermöglichten. Außerdem trat Katar schon wieder an ihn heran und wollte Tjalf erneut als Knecht anwerben. Ruhig versuchte Tjalf das Ganze zu lösen ohne dem Leiknir vor den Kopf zu stoßen, aber er ist sich sicher, dass er beim nächsten Mal nicht mehr an sich halten kann und diesem Schweinehirt erstmal die Mietze richten wird. Wenigstens konnten Tjalf und Smilla den Markttag ausgiebig nutzen. Durch Halbjörns Absage an die Burg gefesselt, konnten Tjalf und Smilla über das Jahr wenig Fisch, aber viele Waren herstellen die sie gewinnbringend wieder veräußern wollten und das taten sie auch. Auch wenn sie schmerzlich erfahren mussten, dass gerade zu dieser Zeit ihr Lager zweimal angegriffen wurde, konnten sie den Großteil ihrer Waren verkaufen. Die nächsten Tage verliefen ebenfalls sehr ereignisreich und Tjalf erlebte so manches waghalsiges Abenteuer. Auch konnte er sein Messer endlich mit dem Blut der Schrate tränken und so seinen Blutschwur vom letzten Jahr erfüllen. So neigte sich auch diese Fahrt ihrem Ende, auch wenn er die Rückfahrt ohne sein Weib antreten muss. Verstimmt über Bjarkes Worte ging Smilla zurück zu ihrem Onkel. "Als Magd lass ich mich hier nicht bezeichnen, ich bin schließlich eine Sveinsdottir." So musste Tjalf also alleine zurück nach Fjoreholm um sich dort den vielen Aufgaben zu stellen die ihn erwarten. Wo wird er endlich ein Heim finden, in dem er sich wohlfühlt? Wie kann er Halbjörn davon überzeugen, wie wichtig eine funktionierende Werft ist? Wie soll sich der Stier in Zukunft, gerade in solch schwierigen Zeiten wo Blauzahn immer im Gespräch ist, über Wasser halten? Die Insel gibt nicht viel her und die See ist voll von wertvollem Fisch, und wer weiß besser wie man den zu Geld macht als Tjalf, der Fischer...