Hallbjôrn Beglirson (tot)

auch genannt: Hvitvarg

Hallbjörn, der Sohn Beglirs, entstammte einer kleinen Siedlung der nördlichen Danemark, genannt Bjôrnvik. Die Siedlung war wohlhabend, und Hallbjorn hätte ein leichtes Leben wählen können. Doch materieller Reichtum sorgt zwar für ein angenehmes Leben auf Midgard, doch würde das die Asen nur wenig beeindrucken. Nur jene, die den Asen ihre Kraft in der Schlacht beweisen können, sind ihnen gefällig und werden in Walhall an ihren Tafeln sitzen. So zog der Sohn Beglirs in die Welt, um sein Silber mit Axt und Ger zu erlangen. Die Reisen brachten in bis ins ferne östlichen Kaiserreich von Byzanz, in dem er für einige Jahre in einer Garde aus anderen Söldnern diente. Sie nannten sich Waräger und bestanden zu großen Teilen aus weiteren Nordmännern.

Zurück im Norden begegnete Hallbjôrn dem Hetmann des Röde Thjur, Hjassir Fjoreson. Schnell zeigte sich, dass dieser Mann zwar steht’s Ärger an Land zog und jederzeit bereit war seine Reise nach Walhall anzutreten - doch diese Risiken brachten stets auch Ruhm und Silber mit sich; dies war der Mann, an dessen Seite einem die Asen Beachtung schenkten! Hallbjôrn schloss sich als Hûskarl den Fahrten Hjassir Fjoresons an. Zudem handelte er nebenher gewinnbringend mit Fellen und Schmuck an. Er behielt allerdings das schönste seiner Stücke, ein prächtiges weißes Wolfsfells, für sich selbst. Dieses brachte ihm den Beinamen Hallbjôrn Hvitvarg, der weiße Wolf.

Doch die Zeiten als Händler wurden für Hallbjôrn immer trister. Das Ansammeln von Besitz und die Hoffnung, im Alter ausgesorgt zu haben, wollten nicht zu der immer stärker werden Rastlosigkeit Hvitvargs passen; lieber jung und ruhmreich sterben als dem Leben alt und gebrechlich zu entschlafen. Auch Hjassir fiel Hallbjôrns offensiver Sinneswandel auf, was den Hetmann zur Entscheidung führte ihn zu seiner rechten Hand zu ernennen. Und im Kampf, in der vordersten Reihe und im wildesten Getümmel, da blühte Hallbjôrn auf.

Einige Jahre später kam es zum Schicksalsschlag für den Röde Thjur, als Hetmann Hjassir Fjoreson in einem Holmgang unterlag und nach Walhall voranzog. Damit verlor der Thjur nicht nur seinen Anführer, sondern Hallbjôrn auch seinen inzwischen besten Freund, Kampf- Trink- und Würfelkameraden. Die Fjoreholmer bestimmten Hallbjôrn Hvitvarg Beglirson zu ihrem neuen Jarl - was er nie hatte werden wollen. Die Last der Verantwortung und der Pflichten drückte schwer auf ihm. Er fand schließlich Zerstreuung und Erbauung darin, dass er sich der Zucht großer, gefräßiger Wolfshunde widmete, die er seine kleinen Lieblinge nannte und die er mit voller Hingabe daraufhin abrichtete, Menschen zu zerfleischen.

Seine Leute betrachteten diese Entwicklung mit Sorge und versuchten ihn erfolglos davon abzubringen. Als seine Hunde auf unerklärliche Weise zugrunde gingen, vermutete er einen Giftanschlag und wurde noch wütender und jähzorniger als zuvor, witterte überall Verrat. Er begann seine Zucht von Neuen, hielt es aber diesmal weitgehend geheim. Gerüchte munkelten jedoch von unnatürlichen Wesen, die er in den Höhlen unter der Fjoreburg heranzüchtete.

Hallbjôrn fand schließlich den Tod durch seine eigenen Kreaturen, nachdem er bei einem Angriff von Lägstaländern in einen Schacht gestoßen wurde, der zu dem unterirdischen Zwinger führte. So endete ein großer Mann, der den Röde Thjur über viele Jahre geführt hatte, und der vielen Nordleuten als einer der großartigsten Herjane des Norrelags in Erinnerung bleiben wird.